Der Teich

Da isser nun, der Teich. Es hat ein paar Jahre gedauert, aber nun ist er da und ich bin wirklich selbst sehr begeistert davon. Ich hätte vorher nicht gedacht, dass ich alleine einen so schönen Teich bauen kann. Und genau deswegen erzähle ich hier nun, wie ich das gemacht habe, um allen Mut zu machen, die auch einen Teich möchten. Der komplette Teich ist von mir alleine und ohne Maschinen gebaut. Kein Mini-Bagger oder ähnliches, allerdings habe ich auch einen dahingehend gnädigen Boden. Aufgrund meines Sand-Lehmbodens konnte ich auch so auf 120 cm Tiefe buddeln, ohne eine Spitzhacke oder ähnliches bemühen zu müssen. Das ist andernorts unter Umständen natürlich viel schwerer bzw. eventuell auch per Hand schlichtweg unmöglich.

Hier nun die Ausgangslage. Ein kleines Stück Wiese vor ein paar Sträuchern:

Um Platz zu gewinnen habe ich zwei der Sträucher gefällt und als Sichtschutz (der sie ja waren) stattdessen eine „Totholzwand“ aus Ästen und Stämmen auf einem simplen Gerüst aus Pfosten mit Querverstrebungen errichtet, das Ganze mit Draht fixiert.

Und dann fing ich an zu buddeln…

Dabei fand ich einiges an Steinen und wurde dementsprechend so nebenbei „steinreich“. 🙂

Letztendlich fällte ich dann die Weigelie, die ich erst hatte stehen lassen wollen, doch auch noch, um mehr Platz zu haben. Nur der Schneeball blieb noch stehen. So sah es dann im März 2018 aus:

Ich war an der tiefsten Stelle mittlerweile bei 120 cm, was mehr war, als ich mir überhaupt vorgenommen hatte. Ich hatte mir im Vorfeld überlegt, dass ich schon zufrieden wäre, wenn ich es auf einen Meter tief schaffe, denn auch damit wären mit Vlies, Folie und Sand drauf die 80 cm Tiefe gegen komplettes Durchfrieren im Winter gegeben (Fische sollten sowieso auf keinen Fall in den Teich, es geht nur um sich hoffentlich von selbst ansiedelnde Tiere wie Amphibien etc.).

Um einen vernünftigen Abschluss vor der Totholzwand zu haben, setzte ich Rasenkantensteine, vor die ich dann einen kleinen erhöhten Pflanzstreifen und eine Trockenmauer baute.

Dann habe ich seitlich schmale Trittwege aus Natursteinplatten gelegt. Darunter sollte später die Folie verschwinden, was bedeutet, dass die Platten nochmal hochgenommen werden mussten, aber trotzdem musste ich sie erst mal legen.

Gleichzeitig fing ich an zu modellieren und im hinteren Teil ein abgegrenztes Sumpfbeet zu errichten. Der Zweck, es abzugrenzen liegt darin, dass ein Teich besser nährstoffarm sein sollte, damit es keine grüne Algensuppe gibt, viele Sumpfpflanzen aber nährstoffreichen Boden brauchen. Daher ist es am besten, man grenzt diese Bereiche voneinander ab und verbindet sie nur mit einer Böschungsmatte, die das Wasser vom Teich in den Graben saugt. So wird der Sumpf mit Wasser versorgt, aber die Nährstoffe bleiben im Sumpf und das Teichwasser nährstoffarm und damit klar (also zumindest in der Theorie…).

Der Wall wurde mit festgemörtelten Rohren fixiert.

Nach einem letzten Modellieren habe ich dann das Vlies verlegt.

Und dann kam die Folie.

Über die Uferrandgestaltung hatte ich mir im Vorfeld am meisten Gedanken gemacht bzw. am meisten recherchiert, welche Möglichkeiten es gibt. Für mich war klar, dass ich keinerlei Folie mehr sehen wollte, wenn ich fertig bin. Die komplette Folie musste irgendwie verborgen  und abgedeckt sein. Gleichzeitig wollte ich aber keinen „Steinwulst“ rund um den Teich, wie dieses Problem dann häufig gelöst wird, dass so viele Steine auf die Folie gelegt werden, dass man sie nicht mehr sieht. Ich finde einen solchen Steinwulst rundherum allerdings wenig schön. Daher suchte ich eine andere Lösung und fand sie auch. Man kann die Teichfolie mit Vlies, Kunstrasen oder ähnlichem bekleben und dann verputzen. Im Handel gibt es auch spezielle Verbundmatten, die genau für diesen Zweck konzipiert sind und ebenso gibt es Farbpulver, um den Mörtel so einzufärben, dass er natürlicher aussieht.

Man kann mit dieser Technik einen ganzen Teich panzern, ich wollte es allerdings nur am Uferrand und an Steilhängen tun und den Teich grundsätzlich normal mit Sand beschichten, denn ansonsten hätte ich für alle Pflanzen immer Pflanzkörbe gebraucht. Hier sieht man den Grund des Teiches mit Sand befüllt, die Schräge unten bereits mit sandfarben eingefärbtem Trasszement verputzt und an den oberen Steilhängen die Verbundmatte, die auf das weitere Verputzen wartet.

Hier der Uferrand an den Platten: Durch das Verputzen ergibt sich eine saubere Kapillarsperre, so dass kein Wasser aus dem Teich gezogen wird.

Hier ist der Teich nun fertig verputzt und auf den Pflanzebenen ist Sand eingefüllt…aber hey, was ist das denn da am oberen linken Bildrand?

Ja, ich habe etwas unterschlagen. Zwischendurch hatte ich angefangen, einen kleinen Wasserfall zu bauen. Das war erst gar nicht geplant, aber dann wollte ich doch so gerne dieses herrliche meditative Plätschern im Garten haben.

Dafür habe ich eine Solarpumpe gekauft, denn dafür Strom zu verbrauchen hätte mir doch sehr widerstrebt. Das Solar-Panel liegt dezent auf dem Schuppendach und sobald die Sonne scheint, plätschert es, es funktioniert auch bei leicht bedecktem Himmel noch, bei stark bedecktem Himmel oder wenn es dunkel ist eben nicht, aber das muss es auch nicht. Das sind ja ohnehin die Zeiten, an denen ich eher wenig im Garten bin.

So sieht der Teich nun fertig aus, bis darauf, dass natürlich die Bepflanzung noch fehlt bzw. alles eben noch einwachsen muss. Die Ufermatte zum Sumpfbeet wurde mit Sand eingeschlämmt und dann eingesät. Ich habe im Moment noch etwas Zweifel, ob die Saat aufgeht, aber es soll sich dann alles natürlich begrünen.

Und da man den Zauber von bewegtem Wasser nicht auf ein Foto bekommt, gibt es hier noch ein Video:

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7 Kommentare zu “Der Teich

  • 21. Mai 2018 um 20:02
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    Bess, das ist ja unglaublich! Ich bin total geflasht von Deiner Traute und von Deinen sich immer weiter entwickelnden Projekten und Fähigkeiten! Wahnsinn. Und es sieht soooooooo schön aus! Viele Grüße! Irina

    Antwort
  • 21. Mai 2018 um 21:26
    Permalink

    Wahnsinn, was Du alles schaffst! <3
    Liebe Grüße, Ulli

    Antwort
  • 24. Mai 2018 um 16:26
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    Ich verspreche Dir, die Ufermattensaaat wird aufgehen! Bei mir war es erst im Folgejahr der Fall, weil die Einsaat erst im August erfolgte. Das hast Du klug gelöst, die steilen Partieen einzumörteln. Das ist richtig richtig toll geworden und der kleine Wasserfall ist ein I-Tüpfelchen.
    Liebe Grüße
    Karen

    Antwort
  • 6. Juni 2018 um 10:39
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    Chapeau liebe Bess, wieder mal ein Wow-Projekt geschafft … sieht MEGA aus!

    Antwort
  • 22. Juni 2018 um 10:41
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    Wieder ein tolles Wahnsinns-Projekt geschafft, liebe Bess ! Sieht super schön aus und das mit der gemörtelten Ufermatte hätte ich mal vorher wissen sollen – mein Miniteich hat nämlich einen Steinwulstrand … aber ich versuche, den so gut wie möglich durch Bepflanzung zu kaschieren. Machst Du mal ein Update zu Deinem Teich ? Würde gerne sehen, wie sich alles entwickelt und was sich so an Flora und Fauna ansiedelt !

    Lieben Gruß
    Brigitte

    Antwort
  • 23. Juni 2018 um 15:51
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    Wie wunderbar! Und das alles alleine! Du hast meine ganze Bewunderung, liebe Bess. Vielleicht begebe ich mich auch mal dran, denn ein Teich ist noch immer mein Traum….

    Antwort
    • 25. Juni 2018 um 6:18
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      Vielen Dank Bettina und ja, mach das mal ruhig. Es ist nicht so schwer, wie man vorher denkt.
      LG Bess

      Antwort

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